Freitag, 23. September 2011

Müll

Grüne Tonne, blaue Tonne, gelbe Säcke und graue Tonne. Keine Wunder, dass ich angeraunzt wurde. "Was machen Sie denn da?" Ich hatte meinen Müll in der falschen Tonne entsorgt. Die Zornesfalten waren deutlich zu sehen. Dabei wollte ich doch eigentlich nur meinen Müll entsorgen. Sorglos. Leider in der falschen Tonne. Das passiert mir öfters. Nicht nur mit dem Hausmüll. Den Schuh muss ich mir anziehen. Ich trenne nicht sorgfältig genug, wenn es um Hausmüll oder anderen Müll meines Lebens geht. Niemand hat es verdient, dass mein Müll in seinem Leben oder seiner "Tonne" landet. Der böse Blick, das ungeduldige Wort, die fahrige Geste, nein so geht das nicht. Mein Müll ist mein Müll. Mein Ärger gehört mir. Den hat niemand verdient. Er ist mein Problem. Bleibt die Frage: Wohin damit? Obendrein kann es sein, dass mein Müll dann auch nicht entsorgt wird. Außerhalb der Stadt Jerusalems gab es einen Platz, der den Namen Gehenna trug. Es war das Tal des Hinnom und lag an der südwestlichen Seite der Stadt. Zur Zeit Jesu war dieser Platz die Müllhalde, der Ort an dem die Bewohner ihren Unrat verbrannten. In der Bibel wird dieser Ort meist als "Hölle" übersetzt. Dort werde ich vielleicht meinen Hausmüll los, doch was ist mit dem Müll meiner Seele? Für den gibt es einen anderen Ort, ebenfalls außerhalb der Stadtmauern Jerusalems. Er heißt "Ort des Schädels" oder "Golgatha". Ach ja, dort starb der Unschuldige für die Schuldigen, Jesus. Ich erinnere mich, meine Schuld gehört dorthin. Wenn ich sie dorthin bringe, bin ich sie los, ein für allemal. Ich muss mir das merken. Müll an der falschen Stelle entsorgt, ist die Hölle.


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Donnerstag, 15. September 2011

Scheinheilig

Festgottesdienst. Die Kollekte wird eingesammelt. Der Festredner sitzt zwischen Dekan und Ortsgeistlichen. Alle suchen unter ihrem Talar nach der Geldbörse. Nur der Gastsprecher wird fündig. Die Kollekte ist für seine Arbeit bestimmt. Seine Kollegen suchen vergeblich. "Kannst Du uns was leihen?" Kein Problem für den Gastredner. Bereitwillig gibt er den Beiden die größten Geldscheine, die er in seinem Portemonaie hat. Die Augen weiten sich ob solch einer großzügigen Spende. Ich hätte mich fast weggeschmissen. Richtig, ich saß in der Mitte. So wurde aus einem Scheinheiligen ein "Heiliger"! Wie das geht? Ganz einfach, Scheine abgeben. Aber Scherz beiseite. Leider bleiben viele von uns Trinkgeldgeber. In den wichtigen Dingen unseres Lebens hat Gott doch wenig zu sagen, oder? Natürlich kann ich das nicht mit ein paar Scheinen regeln. Moses hörte in der Wüste Gottes Stimme. Gott begegnete dem Mörder nach vierzig Jahren der Flucht. Gott forderte ihn auf, seine Schuhe auszuziehen. Eine mörderische Aufforderung in einem tödlichen Umfeld von Schlangen, zumal der brennende Busch die Gefahr förmlich vervielfachte. Sich vor Gott nackt zu machen, heißt jedoch nicht schutzlos zu sein. Wann werde ich das endlich verstehen? Dass er mich in meiner Nacktheit nicht dem Spott aussetzt, sondern mich mit den Kleidern des Heils und der Heilung beschenken will? Ach ja, bevor ich es vergesse, ich war meine "Scheine" natürlich nicht los, sondern habe sie sogar doppelt zurückbekommen. Ein echtes Vermehrungswunder. So was macht Gott manchmal wenn wir ihm vertrauen.


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Sonntag, 11. September 2011

Zweifellos

Grauenvolle Nachrichten füllen unsere Zeitungen und Magazine. In endlosen Talkshows ringen wir um Antworten. Immer wieder fällt der Name Gottes und warum ein angeblich liebender Gott das alles so zulassen kann. Wie mag es da den Betroffenen erst ergehen? Für sie ist diese Frage ein bohrender Schmerz. Während des zweiten Weltkrieges saßen zwei befreundete Soldaten in einem Schützengraben und nahmen eine kleine Mahlzeit zu sich. Auf einmal flog eine Handgranate in ihre Stellung und landete unmittelbar zwischen ihnen. Einer der Beiden warf sein Essen hinter sich und sich selbst auf die Granate. Sie zerfetzte ihn, rettete aber seinem Freund das Leben. Nach dem Krieg besuchte dieser die Eltern des toten Kameraden. Während des Kaffeetrinkens fragte dieser die Eltern, ob ihr Sohn ihn wohl geliebt habe. Der Mutter fiel die Tasse aus der Hand und rief: „Wie kannst du nur so etwas fragen? Er hat sein Leben für dich geopfert!“ Vielleicht fällt unserem Vater die Tasse nicht aus der Hand, wenn Menschen in tiefen Schmerzen und großer Trauer an seiner Liebe zu verzweifeln drohen. Ganz bestimmt fällt sie ihm aber aus der Hand, wenn wir neunmalklug über die grauenvollen Dinge unserer Welt sprechen, und meinen sie noch zu toppen indem wir die Liebe unseres Vaters im Himmel in Zweifel stellen. Wie kann ich es wagen?


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Dienstag, 6. September 2011

STURZGLÜCKLICH

Was für ein Bild. Ein Musiker wird von einem Hochhaus abgeseilt. Dabei spielt er sein Saxophon. Plötzlich löst sich ein Sicherungsseil und er stürzt zwanzig Meter in die Tiefe. Tod. Was mag einen Musiker dazu veranlassen, so etwas zu tun? Ich vermute einmal, dass er ein leidenschaftlicher Mensch war. Wer käme sonst auf die Idee, bei einer so gewagten Performance auch noch Saxophon zu spielen. So betroffen sein Tod auch macht, insgeheim bewundere ich solche Menschen. Sie leben anders, verrückter. Sie leben das Leben. Wenn man dann noch dabei seiner größten Leidenschaft nachkommt, was für ein Tod. Der Apostel Paulus war auch so einer. Mitten im Leben vom Tod umgeben. Ständig hat er über das Leben mit Christus gepredigt, und er wurde dabei mehr als Einmal gesteinigt, ins Gefängnis geworfen, erlitt Schiffbruch usw. Gibt es denn etwas Größeres, als in seiner Leidenschaft zu sterben? Oder ist das Leben? Ich möchte auch „Sturzglücklich“ leben.


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First Supper Blog

geschrieben von: Hans J. Zimmermann

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So kann es was werden, wenn mal einer und hoffentlich...
Helmut Warnstedt (Gast) - 30. Mär, 16:49
seeeehr...
...lange nicht gelesen :)) wenn du möchtest, dann schreib...
tobiaskassuehlke - 28. Jan, 19:37
Skin
Gut das es Dich noch gibt. Danke!
Hans J. Zimmermann (Gast) - 27. Jan, 13:26

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