Donnerstag, 21. Juli 2011

Verspielt

Die weltberühmte Deutsche Kammerphilharmonie Bremen spielt Beethovens Klavierkonzert Nr.2 in B-Dur. Am Flügel Lars Vogt ein gefeierter Pianist. Gerade als der Konzertsaal und mit ihm all seine Besucher in fast schon mystischen Spähren abhoben, so berichtet ein Augen- und Ohrenzeuge, unterbricht Lars Vogel seinen Spielrausch am Klavier mit vier einfachen Worten: "Ich habe mich verspielt!" Wer das zugeben kann, wer da innehalten kann, wer da nicht einfach drüber hinwegspielt, ist ein ganz Großer. Der zeigt wirklich, dass er zu den ganz Großen gehört. Der weiß, dass es weniger um ihn geht, um gesehen und gehört zu werden. Sein Ruhm und seine Ehre bestehen darin, den Schöpfer und Komponisten durch sein Spiel hervorzuheben. Wie oft verspielen wir uns in unserem Leben? Glauben oder tun das, was sich als falsch herausgestellt hat. Rechtfertigen oder überspielen es sogar? Wir alle könnten wirkliche Größe beweisen, indem wir diesen einfachen Satz des öfteren sagen: "Ich habe mich verspielt" Wir ehren den Komponist unseres Lebens mehr durch unsere Demut, als durch unsere Täuschungen. Je klarer seine Melodie gespielt wird, je mehr er gehört und gesehen wird, umso besser ist es. Auch für uns. Ich darf unscharf werden, oder wie Johannes der Täufer es gesagt hat: Ich muss abnehmen, ER muss zunehmen. Dann ist Verspielen kein Makel, sondern Zeichen wirklicher Größe.


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Mittwoch, 6. Juli 2011

Falsche Propheten

Seit vielen Jahren trinke ich meinen Kaffee schwarz. Keine Milch, kein Zucker. Meistens gebe ich schon bei der Bestellung einen Tipp: „Schwarz bitte!“ Manchmal klappt es, bis auf eine Kleinigkeit, denn wozu braucht man einen Kaffeelöffel, wenn man seinen Kaffee schwarz trinkt? In manchen Kreisen nennt man den Löffel auch den „kleinen Propheten“. Liegt er an einer gedeckten Tafel bereit, verheißt er noch etwas, einen Nachtisch. Also ist mein Kaffeelöffel nichts anderes als ein falscher Prophet. Gelegentlich teilen mir Menschen, meist unaufgefordert, eine Prophetie (ihre Weisheit) für mich mit. Zuerst hat es mich ein wenig irritiert. Wer würde es wagen, "Gott" zu widersprechen, der offensichtlich so deutlich zu jemandem gesprochen hat? Dann war ich auch manchmal ein wenig wütend. Denn vieles erinnerte an die täglichen Horoskope, die auch irgendwie immer richtig waren. Mich stört die Leichtfertigkeit, mit der Bibelworte zitiert und auf jemanden (mich) angewandt werden. Meistens kann ich damit leben, aber was ist mit schwachen, labilen und verwirrten Zeitgenossen, die so dringend ein gutes Wort von Gott brauchen und keinen Kaffeelöffel? Mehr Demut vor dem Wort Gottes täte gut. Heute gehe ich gelassener damit um. Ich versuche das Richtige darin zu entdecken und will es auch als Ermutigung verstehen. Den meist selbstberufenen Propheten möchte ich jedoch gerne mit einem kleinen Schmunzeln sagen: Ich trinke meinen Kaffee schwarz!




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Dienstag, 28. Juni 2011

NAME-DROPPER

Manche Gespräche können sehr anstrengend sein. Besonders solche mit Namedroppers. So bezeichnet man Leute, die ständig Namen von meist bekannten Menschen in einer Unterhaltung einbringen. "Letzthin war ich mit...", oder auf einer Party trafen wir..." "Neulich saß ....... neben mir im Restaurant" Sie, schmücken sich mit Namen fremder Personen wie andere sich mit Federn schmücken, also mit fremden Federn. Oder da wird einfach übertrieben. Maßlos. Wenn die Wahrheit herauskommt, sind wir beschädigt. Wir werden gemieden und man meidet uns; die Angeber, die mit den falschen Federn. Bescheidenheit ist eine Tugend sagt der Volksmund. Wie weit kommt man mit Tugenden? Einige sind der Auffassung, nicht sehr weit. Im Buch der Bücher wird ein Wort benutzt, das Bescheidenheit beinhaltet: Demut! Man könnte auch sagen, das ist der Mut sich nicht größer zu machen als man ist und jeden Anderen größer als sich selbst. Dem Demütigen, heißt es dann, "gibt Gott Gnade!" Vor Gott muss ich nicht prahlen, und da kann ich mich auch nicht größer machen als ich bin. Im Himmel werde ich nur nur zwei Dinge gefragt: "Kennst du Jesus?" und "wen hast du mitgebracht?" Selbst im Himmel geht es also nicht in erster Linie darum, dass ich dort hingekommen bin, sondern wen ich mitgebracht habe. Nachdenklich? Ich auch...


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Freitag, 17. Juni 2011

Kopflos

Sind Menschen in Uniform kopflos? Bestimmt nicht. Was ist mit uniformierten Christen? Nein, nicht unsere Freunde von der Heilsarmee. Ich meine die strammen Bibelchristen, die auf alles und für jeden eine fromme Antwort bereit haben? Sie antworten meist bevor der andere seine Frage stellen konnte. Oder bevor sie die Frage verstanden haben. Das ist Kopf- und Herzlos. Woher kommt es nur, dass so viele denken, dass sie in der Kirche das Hirn an der Garderobe abgeben müssen? Vielleicht deshalb, weil sie so oft Antworten auf Fragen bekommen, die sie nicht gestellt haben? Worte sollten Brücken sein. Ohne Herz und Verstand richten sie jedoch Mauern auf. Menschen und Engelszungen (das wusste schon der Apostel Paulus s. 1. Korinther Kap. 13 ) sind nichts weiter als Krach und schmerzvolle Belästigung, wenn die Liebe fehlt. Wie lieblos ist es denn, Fragen zu beantworten, die niemand gestellt hat? Das Herz eines Menschen berühren zu wollen und seinen Kopf zu ignorieren? Offensichtlich hat Gott sich etwas dabei gedacht, als er den Menschen mit Beidem ausstattete. Es liegt schon eine gewisse Anziehungskraft darin, Menschen durch Uniformen und Verhaltensmuster "gleich" zu machen. Wer das jedoch mit Menschen versucht, die auf der tiefen Suche nach Gott sind, der verachtet die kreative Liebe des Schöpfers, der jeden Menschen einzigartig gemacht hat und in diesem Sinne will er ganz bestimmt nicht, dass wir alle gleich sind und das Gleiche glauben. Viele leiden auch darunter, dass sie nicht so sind wie andere und vielleicht auch nicht so glauben können. Denen sein gesagt: Gott sei Dank!




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First Supper Blog

geschrieben von: Hans J. Zimmermann

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Evangelisch katholisch...
So kann es was werden, wenn mal einer und hoffentlich...
Helmut Warnstedt (Gast) - 30. Mär, 16:49
seeeehr...
...lange nicht gelesen :)) wenn du möchtest, dann schreib...
tobiaskassuehlke - 28. Jan, 19:37
Skin
Gut das es Dich noch gibt. Danke!
Hans J. Zimmermann (Gast) - 27. Jan, 13:26

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