Montag, 22. November 2010

Bibelschändung

Wird die Bibel geschändet in dem man sie verbrennt? Ist sie ein heiliges Buch? Jedenfalls fanden australische Raucher heraus, dass die Seiten der Bibel sich besser als Zigarettenpapier eignen als der Koran. Für Muslime ist der Koran ein heiliges Buch. Darum ist ihre Empörung groß, wenn man es verbrennt oder wie in Guantanamo auf die Toilette legt um sie zu demütigen. In Addis Abeba sitzt ein Christ im Gefängnis, weil er angeblich "Jesus ist Herr" in einen Koran geschrieben haben soll. Einige Verlage haben auf ihre Bibelausgaben "Die heilige Schrift" geschrieben. Ist sie nun heilig? Jedenfalls streiten und spalten wir aufgrund unterschiedlichstem "Schriftverständnis" aufs Heftigste. Wenn die Bibel Wort für Wort als "heilig" erklärt wird, dann ist Streit vorprogrammiert. Das ist jedoch meist ein Streit über die Interpretation und nicht über die Wahrheit. Nicht über den HERRN, sondern die "Herren der Auslegung". Wir schänden damit auf eine viel perfidere Art Gottes Wort. Kann es sein, dass wir in der gleichen Weise wie die Schriftgelehrten einst schuldig werden, weil wir das Wort bzw. unser Verständnis darüber wie dieses Wort zu verstehen ist, über den Menschen stellen, für den es ein helfendes, befreienden und heilendes Wort sein soll? Mich irritieren Einladungen zu bibeltreuen Gottesdiensten ungemein. Warum vermute ich dahinter immer wieder Rechthaberei, Ignoranz und fehlende Bereitschaft, den eigenen Glauben hinterfragen zu lassen. Haben wir im laufe der Kirchengeschichte nicht unzählige (!!!!) Male geirrt? Erlauben wir es doch dem heiligen Gott uns durch ganz gewöhnliche Dinge zu überraschen. Erinnern wir uns doch daran, dass Jesus gesagt hat wir werden IHN in Menschen begegnen, die sehr wenig Göttliches ausstrahlen. In den Hungrigen und Durstigen begegnen wir Jesus. Vielleicht auch in den Zweiflern und Verzweifelten. In dem gewöhnlichen Buch, durch das sich ein außergewöhnlicher Gott in einzigartiger Weise offenbart.


Share |



Sonntag, 7. November 2010

Einschnitte

Profil ist wichtig. Auf den Autoreifen und für das Leben. Doch eine "Profilneurose" braucht niemand. Sich auf Kosten anderer zu profilieren, ist peinlich. Dennoch ist ein Profil wichtig. Auf den Autoreifen und für das Leben.
Wie entsteht ein Profil? Was macht ein "gutes" Profil aus? In einer Münchener Einkaufsstraße beobachtete ich zwei "Profilspezialisten". Sehr sympathisch und zielstrebig boten sie Passanten ihr Profil an. Längst hatten sie angefangen es auszuschneiden. Das wirkte fast immer. Menschen die ein ausgeprägtes Profil haben sind meist Menschen, mit denen das Leben nicht einfach umgegangen ist. Denn Kanten und Profile entstehen nicht durch Wattebäuschchen und Wohlfühlmassagen. Menschen mit Profil sind meist Menschen mit tiefen Einschnitten in ihrem Leben. Die markantesten Profile entstehen durch Verletzungen, Narben und Verluste. Menschen mit geistlichem Profil sind, so O-Ton Jesus: Gestorben und in die Erde gelegt wie ein Weizenkorn. Und wer sich "profilieren" will, der muss die Samthandschuhe ausziehen und sein Leben in die Hand nehmen. Wenn das Weizenkorn sein Grab verläßt und sich in den Himmel steckt, die Ähren sich im Wind bewegen, denkt niemand mehr an die dunklen Stunden unter der Erde. Jeder bewundert die Frucht. Keiner kennt den Preis dafür. Wenn Gott zu seinen Knechten und Dienern sagt: Gut gemacht, kommt herein, ihr seid meine Freude gewesen! Dann wird das strahlende Gesicht seiner Kinder die müden Augen, die tiefen Sorgenfalten, den gekrümmten Rücken vergessen lassen. Du hast Schwielen an den Händen? Ringe unter den Augen, Rückenschmerzen vor Arbeit und schlaflose Nächte? Du bist klein und unbedeutend? Du fühlst dich mehr tot als lebendig? Und das alles weil du dienst, deiner Familie, deinen Kindern, deinen Eltern, deinem Gott? Je kleiner du bist, um so höher wird Gott dich erheben! Das ist der Preis für ein geistliches Profil. Niemand applaudiert dir für das was du tust? Abwarten. Gott kann es kaum erwarten dir zu gratulieren und dir zu sagen wie stolz er auf dich ist.






Share |



Dienstag, 2. November 2010

Reine Männersache?

Herbert Grönemeier hat in seinem Lied "Männer" ja eine klares Profil von Männern gezeichnet. Jesus auch. Er hatte eine aussergewöhnliche Mutter und bemerkenswerte Frauen als Jüngerinnen und Nachfolger an seiner Seite. Er distanzierte sich nicht von Frauen, wie viele seiner religiösen Zeitgenossen. Es waren Frauen, die den Mut hatten an das Grab des gekreuzigten Christus zu gehen um ihm Ehre zu erweisen. ER machte Frauen zu Botschafterinnen der Hoffnung. Die Kanzeln der Kirchen sind in der Regeln von Männern besetzt. Dass dies der Grund dafür ist, dass immer weniger Menschen in unsere Kirchen gehen, wäre eine gewagte These. Ganz sicher ist es aber richtig festzustellen, dass nicht jeder der auf der Kanzel stehen darf, auch die notwendige Begabung dazu hat. Jesus erläutert seine Mission mit den Worten: "So sehr hat Gott geliebt!" Nicht der Ort oder das Amt bevollmächtigen einen Menschen von Gott zu reden, sondern seine Fähigkeit zu lieben.


Share |



Montag, 25. Oktober 2010

Fremdschämen

Das Gespräch war nicht zu überhören. Wütend und laut prasselten die Worte wie Faustschläge auf den kleinen Jungen nieder. Gerade noch hatten sie zusammen Karten gespielt. "Ich spiele nicht mit einem Betrüger. Du hast mir in die Karten geschaut und eine Karte aus dem Stapel gestohlen." War es das ängstliche Gesicht des Jungen oder der laute Wutausbruch des Vaters. Ich schämte mich. "Fremdschämen" nennt man das. So etwas hinterlässt Spuren. Narben in der Seele eines Kindes, oft bis ins Greisenalter. Ich habe alte Männer erlebt, die immer noch unter Wundschmerzen aus ihrer Kindheit litten. Der Vater längst tot, doch die "Phantomschmerzen" quälen immer noch. Das Vaterbild, das Jesus uns von Gott malt, ist ganz anders. Wir werden ermutigt uns in unsere Karten schauen zu lassen, damit er uns helfen kann. Er möchte nicht, dass wir uns als Verlierer fühlen oder gar davonschleichen müssen. Er will uns den einen oder anderen Trumpf "zuspielen", damit wir gewinnen. Und wenn der Tod uns das Spiel des Lebens kaputt macht, reicht er uns die ultimative Trumpfkarte der Hoffnung. Wenn dieser kleine Junge doch nur wüßte, dass er einen Vater im Himmel hat, der nicht will, dass er "schamrot" dasitzt, sondern der möchte, dass er "strahlt vor Freude". (Psalm 34,6)




Share |



First Supper Blog

geschrieben von: Hans J. Zimmermann

Abonnieren


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

Neue Kommentare

Nur noch Facebook?
Was bewegt euch dazu, exklusiv auf Facebook zu setzen? LG, Rolf
Rolf (Gast) - 28. Mär, 17:30
Zweifel ohne "los"
Ausnahmsweise gehen wir hier mal ganz und gar nicht...
Christine Duckhorn (Gast) - 12. Sep, 17:06
Demut - Dienmut...
>>Demut! Man könnte auch sagen, das ist der Mut...
Christine Duckhorn (Gast) - 1. Jul, 08:57
Salzburg ist wirklich...
Salzburg ist wirklich eine besondere Stadt! Das Foto...
nina (Gast) - 30. Mai, 09:13
Thumbs up...
... kann ich dazu nur sagen. Recht hast du!
Christine Duckhorn (Gast) - 11. Apr, 19:50
Evangelisch katholisch...
So kann es was werden, wenn mal einer und hoffentlich...
Helmut Warnstedt (Gast) - 30. Mär, 16:49
seeeehr...
...lange nicht gelesen :)) wenn du möchtest, dann schreib...
tobiaskassuehlke - 28. Jan, 19:37
Skin
Gut das es Dich noch gibt. Danke!
Hans J. Zimmermann (Gast) - 27. Jan, 13:26

Mein Lesestoff


Eric Metaxas
Bonhoeffer


Tom Wright
Simply Jesus



Steve Stern
Der gefrorene Rabbi

Suche

 

Web Counter-Modul


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren