Freitag, 30. Dezember 2011

LINKSHÄNDERGLAUBEN

Ältere Linkshänder erzählen grauenvolle Geschichten aus ihrer Kindheit. Von Lehrern, die sie zum Teil mit dem Rohrstock zwangen "Richtig" zu schreiben oder zu malen.
Doch das ist (hoffentlich) längst Vergangenheit. Inzwischen gelten Menschen, die Linkshänder sind nicht mehr als behindert oder beschränkt. Wikipedia berichtet, dass von den fünf Präsidenten der USA seit 1981 allein vier Linkshänder waren, bzw. sind (R. Reagan, G. Busch, Bill Clinton und Barack Obama). Wenn das kein Beweis ist (Smile). Inzwischen gibt es tüchtige Geschäftsleute, die spezielle Produkte für Linkshänder anbieten.

Kann es sein, dass wir mit Menschen die "Links glauben" immer noch unsere Mühe haben? Nein, ich meine nicht eine politische Einstellung. Vielmehr denke ich dabei an Menschen, die nicht so glauben und handeln wie die breite Masse der Glaubenden. Was immer unter breiter Masse zu verstehen ist. Beispiel? Wie denken und urteilen wir über Menschen, die trotz ihres tiefen Glaubens an Gott keine Kirche besuchen? Die Katholisch, Evangelisch oder Konfessionslos sind? Die andere sexuelle Präferenzen haben? Oder die Fundamentalisten oder eben keine sind?

Die Kirchengeschichte bietet viele Beispiele dafür, dass die Masse der Gläubigen sich kräftig geirrt hat. Unser Glaube bestimmt unser Handeln. Wenn wir im Glauben also irren und oder dazulernen können, müssen wir dann nicht auch eventuell behutsamer mit der Beurteilung befremdlichen Glaubens umgeben? 

Linksglaubende sind eine Herausforderung, aber nicht immer ist das schlecht. Vielleicht sind sie sogar ein großer Segen für uns, die wir alles Recht(s) machen und Recht(s) glauben. Gott, so lesen wir im Buch der Bücher, sieht das Herz an. Man kann völlig falsch liegen, egal ob wir Links- oder Rechtsgläubig sind. Gott schenke uns ein demütiges Herz.


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Samstag, 17. Dezember 2011

ANSICHTSSACHE

Manche meinen, dass die Augen der Spiegel der Seele sind. Andere sagen, dass sie die Gesichter der Menschen lesen können. Im Buch der Bücher lesen wir, dass der Mensch nur das sieht, "was vor Augen ist".

Der Schein, das was wir sehen, kann uns täuschen. Wir können getäuscht werden und selbst täuschen. Wem kann ich denn da noch trauen? Wenn ich doch selbst so oft ein Schauspieler bin?

Noch einmal das Buch der Bücher. Da sagt einer, "Gott aber sieht das Herz an". Muss ich jetzt zusammenzucken? Angst haben, weil jemand hinter meine Fassade schaut? Menschen, die es nicht gut mit mir meinen, würden meine Schwächen und meine Sünden gnadenlos ins Licht zerren. Manchmal tun das sogar unsere Freunde oder solche, die wir dafür gehalten haben. 

Jesus war ganz anders. Geradezu behutsam geht er selbst mit öffentlicher Schande um. Als man ihm eine Ehebrecherin vor die Füße warf, das Urteil über sie längst gefällt hatte und nur seine Zustimmung erwartete, verblüffte er alle. Am Ende schlichen sie davon. Allein mit der "Sünderin",  sagte er ihr: "Ich verurteile dich nicht. Geh und verändere dein Leben!"

Offensichtlich ist, dass Jesus einem Menschen der Vergebung erfahren hat, auch Veränderung zutraut. Können wir vielleicht so schlecht vergeben, weil wir zu wenig Glauben haben? Glauben, dass wir und andere es wirklich schaffen uns zu ändern?

Das Bild der Plastik trägt den Namen David. Den Namen eines großen Königs. Den Namen des Freundes Gottes. Dem Goliath Bezwinger. Dem Heiligen und Sünder. So viele Namen und Eigenschaften. So viele Gesichter. Gott glaubte an ihn, als selbst sein Vater es nicht tat. Er glaubte an Gott als seine Feinde ihn verspotteten und jagten. Gott glaubte an ihn und konfrontierte ihn mit seiner scheinheiligen Schuld.

Woher ich das weiß? Weil er ihn trotz seiner Sünde nicht abschrieb. O ja, man kann über seine eigene und über fremde Schuld unterschiedlicher Meinung sein. Je näher wir bei Gott sind, umso härter gehen wir mit uns selbst ins Gericht. Je weiter wir von ihm entfernt sind, umso gnadenloser mit der Schuld anderer. Wir haben viele Gesichter.

Weil Gott so barmherzig ist, weil er daran glaubt, dass ein Mensch der Vergebung erfahren hat, vergibt,  darum sollten auch wir "weiterglauben". Barmherzig mit uns und anderen umgehen. 


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Samstag, 10. Dezember 2011

SITZT WO DIE SPÖTTER SITZEN

Das Buch der Bücher enthält ein Gesangbuch. Schon in dem ersten Lied scheint der fromme Beter und Sänger aufgefordert zu werden, „...nicht da zu sitzen wo die Spötter sitzen!“ Dieser Satz hat viele Menschen, die versucht habe „gute Christen“ zu sein, regelmäßig mit einem schlechten Gewissen versorgt. Und wenn sie selbst keins hatten, wurde es ihnen sehr schnell von den Hütern des Glaubens beigebracht.

In meiner Phantasie sehe ich Gott jedes Mal ungläubig den Kopf schütteln, wenn das passiert. Und irgendwann reichte es ihm. Dann hat er seinen wichtigsten Repräsentanten, seinen eigenen Sohn, geschickt, um mit diesem Blödsinn aufzuräumen. Der saß dann tagelang auf einer Hochzeit, in der es hoch her ging, und etliche nicht mehr in der Lage waren, schlechten von gutem Wein zu unterscheiden.

Ein anderes Mal forderte er einen stadtbekannten Schurken auf, eine Party für ihn zu veranstalten. Dann finden wir ihn mit bei einem nackten und gewalttätigen Mann auf einem Friedhof. Dann wiederum reiben sich selbst seine Jünger die Augen, als er mit einer Frau alleine zusammensitzt, die keinen eindeutigen Ruf hatte. Und, und, und....

Am Ende fordert er seine Anhänger auf seinem Beispiel zu folgen.

Dieser Jesus kam und kommt bei vielen Glaubenswächtern schlecht weg, obwohl sich viele gerade auf ihn berufen.

Wer das erste Lied jedoch genauer betrachtet, merkt schnell, dass die zentrale Botschaft eben keine Moralpredigt war, sondern die tiefe persönliche Erfahrung eines Menschen, der im Glauben an Gott große Erfüllung gefunden hatte. „Wer Zeit mit Gott verbringt (Betet?), der ist wie ein Baum, der an frischen Wasserquellen Wurzeln schlägt und dessen Zweige viele wunderbare Früchte tragen“.

Im Streitgespräch mit den Moralwächtern des Glaubens würde Jesus vielleicht sagen: „Gott will, dass wir da sitzen, wo die Spötter sitzen. Punkt.“ Und dem Spötter würde er sagen: „Mensch, schlag hier keine Wurzeln, das bringt nichts und macht nicht satt.“

Wer gehört werden will, der geht nicht zum Spötter, um ihm den Kopf zu waschen. Wer gehört werden will, nimmt an ihrem Tisch Platz bis er gefragt wird: „Wovon lebst du eigentlich? Wo haben wir unsere Wurzeln? Was hat in unserem Leben Frucht getragen und kann darum auch andere satt machen?




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Sonntag, 20. November 2011

ANGEKOMMEN?

Manche sagen, das Ziel bestimmt den Weg. Andere meinen der Weg ist das Ziel. Der eine könnte ein Getriebener sein und der Andere weiß vielleicht nicht wohin er will.
Manchmal kommen wir an, fühlen uns aber nicht zu Hause. Noch schlimmer fühlt es sich an, wenn wir uns nicht zu Hause angekommen fühlen. Das sind nicht nur Wortspiele. Jeder der im Glauben unterwegs ist, kennt das Gefühl getrieben zu sein und getrieben zu werden. Auf dem Weg zu sein und dennoch das Ziel aus den Augen verloren zu haben. Ja, den Weg so sehr zu lieben, dass er eigentlich keine Lust hat, nach Hause zu kommen. Oder, so auf das Ziel fixiert zu sein, dass Menschen rechts und links niedergewalzt, anstatt dazu ermutigt zu werden, mitzugehen. Wer auf dem Weg ist, der ist natürlich noch nicht angekommen. Der kann sich auch verlaufen oder aufgehalten werden. Der Glaube hat vielleicht „alles verstanden“. Das Herz bleibt ruhelos, weil es noch nicht zu Hause ist. Augustinus soll gesagt haben, „Ruhelos ist das Herz, bis es Ruhe in Gott gefunden hat“. Doch bedeutet das, dass wir keine Unruhe, keine Ängste, keine Zweifel mehr haben, nur weil unser Glaube ein Zuhause gefunden hat? Ja? Nein? Ich bin zu Hause, aber noch nicht angekommen. Allen Ruhelosen und Getriebenen und allen Verirrten: Unser ruheloses Herz darf vertrauen einmal anzukommen und Zuhause zu sein. Manchmal wird uns dieses Geschenk sogar „auf dem Weg“ zuteil.



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First Supper Blog

geschrieben von: Hans J. Zimmermann

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Helmut Warnstedt (Gast) - 30. Mär, 16:49
seeeehr...
...lange nicht gelesen :)) wenn du möchtest, dann schreib...
tobiaskassuehlke - 28. Jan, 19:37
Skin
Gut das es Dich noch gibt. Danke!
Hans J. Zimmermann (Gast) - 27. Jan, 13:26

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