Sonntag, 11. September 2011

Zweifellos

Grauenvolle Nachrichten füllen unsere Zeitungen und Magazine. In endlosen Talkshows ringen wir um Antworten. Immer wieder fällt der Name Gottes und warum ein angeblich liebender Gott das alles so zulassen kann. Wie mag es da den Betroffenen erst ergehen? Für sie ist diese Frage ein bohrender Schmerz. Während des zweiten Weltkrieges saßen zwei befreundete Soldaten in einem Schützengraben und nahmen eine kleine Mahlzeit zu sich. Auf einmal flog eine Handgranate in ihre Stellung und landete unmittelbar zwischen ihnen. Einer der Beiden warf sein Essen hinter sich und sich selbst auf die Granate. Sie zerfetzte ihn, rettete aber seinem Freund das Leben. Nach dem Krieg besuchte dieser die Eltern des toten Kameraden. Während des Kaffeetrinkens fragte dieser die Eltern, ob ihr Sohn ihn wohl geliebt habe. Der Mutter fiel die Tasse aus der Hand und rief: „Wie kannst du nur so etwas fragen? Er hat sein Leben für dich geopfert!“ Vielleicht fällt unserem Vater die Tasse nicht aus der Hand, wenn Menschen in tiefen Schmerzen und großer Trauer an seiner Liebe zu verzweifeln drohen. Ganz bestimmt fällt sie ihm aber aus der Hand, wenn wir neunmalklug über die grauenvollen Dinge unserer Welt sprechen, und meinen sie noch zu toppen indem wir die Liebe unseres Vaters im Himmel in Zweifel stellen. Wie kann ich es wagen?


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Dienstag, 6. September 2011

STURZGLÜCKLICH

Was für ein Bild. Ein Musiker wird von einem Hochhaus abgeseilt. Dabei spielt er sein Saxophon. Plötzlich löst sich ein Sicherungsseil und er stürzt zwanzig Meter in die Tiefe. Tod. Was mag einen Musiker dazu veranlassen, so etwas zu tun? Ich vermute einmal, dass er ein leidenschaftlicher Mensch war. Wer käme sonst auf die Idee, bei einer so gewagten Performance auch noch Saxophon zu spielen. So betroffen sein Tod auch macht, insgeheim bewundere ich solche Menschen. Sie leben anders, verrückter. Sie leben das Leben. Wenn man dann noch dabei seiner größten Leidenschaft nachkommt, was für ein Tod. Der Apostel Paulus war auch so einer. Mitten im Leben vom Tod umgeben. Ständig hat er über das Leben mit Christus gepredigt, und er wurde dabei mehr als Einmal gesteinigt, ins Gefängnis geworfen, erlitt Schiffbruch usw. Gibt es denn etwas Größeres, als in seiner Leidenschaft zu sterben? Oder ist das Leben? Ich möchte auch „Sturzglücklich“ leben.


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Freitag, 2. September 2011

PIZZA-JUDAS

Es gibt Menschen und Mahlzeiten, die manchen nicht so gut runtergehen. Höllisch scharf ...... was immer die Hölle damit zu tun hat. Lieber wäre mir „Himmlisch scharf“. Warum glauben so viele Menschen, dass es im Himmel langweilig ist? Weil alle Leute die Spaß haben, die wild leben, dort ganz bestimmt nicht anzutreffen sein werden? Schon gehört: „Alles was Spaß macht, ist entweder unmoralisch, macht dick oder ist kriminell!“ Wenn unser Glaube fade, langweilig und zur Lachnummer geworden ist, sollten wir mal wieder ins Buch der Bücher schauen und uns die Frage stellen, wieviel unser Glaube noch mit dem zu tun hat, wozu Gott uns einlädt. Jesus spricht von Festen, die wir feiern sollen und von den Abenteuern, die wir erleben werden, wenn wir in seiner Sache unterwegs bleiben. Klar, manchmal bezahlen einige von uns einen unglaublichen hohen Preis dafür. Abenteuer kann teuer werden. Petrus wollte wissen, ob er auch übers Wasser laufen könnte. Jesus sagte ihm nicht, warte bis es Winter wird und der See gefroren ist. Selbst dann kann man noch ausrutschen und auf die Nase fallen. Jedoch mitten im Sturm ein Boot zu verlassen, das wahrscheinlich sowieso untergehen würde, das hat schon was. Klar, Petrus kommt nicht weit. Oder doch? Er wird von starken Armen aus dem vielleicht größten Abenteuer seines Lebens gehalten und im Untergehen gerettet. Darum heißt meine Lieblingspizza auch Judas. Meine Lieblingspasta Al Capone. Scharf und feurig. Judas und Al Capone gehen nicht so leicht runter. Seichtes, langweiliges Christentum hingegen sehr. Bin ich froh, dass ein Leben mit Gott nicht langweilig sein muss und ich mit IHM Abenteuer erleben darf. Verrückt? Durchgeknallt? Vielleicht, aber nicht langweilig.


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Montag, 22. August 2011

ERLKÖNIG

Goethe gab einem seiner berühmten Balladen den Namen. Bildjäger und Journalisten adoptierten ihn auf der Jagd nach Prototypen neuer Automodelle. Wer Frösche küsst, glaubt immer noch daran, dass man eventuell von einem Prinzen aus seinem Schicksal erlöst wird. Ist uns eigentlich bewusst, dass Menschen, die sich entschlossen haben, dem König der Könige zu folgen, auch so etwas wie ERLKÖNIGE sind. Darüber mag sicherlich mancher lächeln und kann nur den Kopf schütteln. Dennoch sind wir nach dem Zeugnis der Bibel Prototypen für das, was wir einmal sein werden. An uns gibt es ganz ohne Frage noch viel zu verbessern. Nicht alles ist ausgreift und fertig. Aber der große Konstrukteur des Lebens hat sich entschieden, aus uns etwas vollkommen Neues und Anderes zu machen, und er weiß, ich bringe mein Werk zu Ende. Was für manchen skurril erscheint, ist in den Augen Gottes der abenteuerliche Plan, etwas Neues und Einzigartiges zu schaffen. Das Wort Skurrilität bezeichnet eine auffallend unkonventionelle Idee, Situation, Sache oder Verhaltensweise. Christen sind eben nicht dazu aufgefordert „Gleich“ zu sein. Im biblischen Sinne dürfen sie Einmalig und Anders sein. Bedauerlicherweise nehmen gerade viele Christen an diesem - mit uns individuellem Abenteuer Gottes - Anstoß. Gäbe es mehr christliche ERLKÖNIGE, würden sicherlich viele „wie verrückt werden", diesen Schöpfer kennenzulernen!




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First Supper Blog

geschrieben von: Hans J. Zimmermann

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So kann es was werden, wenn mal einer und hoffentlich...
Helmut Warnstedt (Gast) - 30. Mär, 16:49
seeeehr...
...lange nicht gelesen :)) wenn du möchtest, dann schreib...
tobiaskassuehlke - 28. Jan, 19:37
Skin
Gut das es Dich noch gibt. Danke!
Hans J. Zimmermann (Gast) - 27. Jan, 13:26

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