Weggestapelt
In der Apokalypse des Johannes gibt es einen Vers (Offenbarung 8,1), der mich schon immer fasziniert hat. Dramatische Worte beschreiben finale Ereignisse vor dem Thron Gottes. Blitz, Donner und atemberaubende Szenen wechseln sich ab. Völker und Nationen versammeln sich in Gottes Gegenwart. Geheimnisse werden gelüftet, Siegel gebrochen und offenbart. Dann wird das siebte Siegel gebrochen. Plötzlich ist der Himmel still, eine halbe Stunde lang. Was lässt den Himmel schweigen und worin bestand das große Geheimnis des siebten Siegels? Hereingebracht, offenbart wird etwas, auf das oft mitleidig herabgesehen wird. Es sind Gebete. Kein Gebet ist verloren gegangen. Der Tag und die Stunde kommen, so der Apostel Johannes, an dem Gott zeigen wird, dass er jedes einzelne Gebet gehört hat. Was muss das für die Leser der Offenbarung des ersten Jahrhunderts für ein Trost gewesen sein. Sie wurden verfolgt, unterdrückt, viele starben einen grausamen Tod, um ihres Glaubens willen. Wer kennt solche Fragen und Ängste in Zeiten persönlicher Not und Bedrängnis nicht? "Werden meine Gebete gehört?" Dann räumt die Zeit und das Schicksal uns und unsere Sorgen hinweg. Wirklich? Werden unsere Sorgen und Gebete einfach weggestapelt, abgestellt und vergessen? Johannes, der als Junge mit Jesus durch Galiläa zog, der von sich als "den Jünger den Jesus liebte" sprach, glaubt etwas anderes. "Kein Gebet geht verloren". Der Himmel schweigt, wenn Gott das Siegel brechen lässt. Der Himmel fällt auf die Knie. Dein und mein Gebet sind in guten Händen. Manchen von uns wurde Angst vor dem großen Tag Gottes in Ewigkeit gemacht. Wie kann das sein, wenn selbst das kleinste und ängstlichste Gebet für Gott so wertvoll ist, dass er es nicht vergisst? Beter sind Wundervollbringer. Sie bringen den Himmel zum schweigen und staunen. Erstaunlich!


first-supper - 13. Okt, 12:14