Fussnoten
Sie tragen uns ein Leben lang. Sie müssen uns tragen. Egal wie schwer wir es ihnen machen. Ob in Lackschuhen oder ganz ohne. Über Stock und Stein und oder auf weichem Teppichboden. Das Leben und die Umstände zeichnen sie. Wir wünschen ihnen das Beste, denn ohne sie kommen wir schlecht voran. Doch am Ende ist alles nur eine Art Zettelwirtschaft. Er kommt an den großen Zeh und man kann nur hoffen, es wird ein alter Zeh sein. Obwohl? "Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn`s hoch kommt sind´s achtzig Jahre" (Psalm 90,10). Dann spricht der Liederdichter von den "köstlichen" Dingen als vergebliche Mühe und davon, dass alles wie im Flug vergeht. Wenn das Leben so dahinfliegt und vergebliche Mühe ist, dann ist es doch egal, oder? Ich schließe mich diesem Pessimismus nicht an. Wahrscheinlich wollte der Liederdichter auch etwas ganz anderes sagen. Solche Kommentare können ganz schön "fußlahm" machen. Oder beflügeln. "Nimm dich nicht so ernst! Es könnte schlimmer kommen!" Dann spricht da ein anderer im Buch der Bücher von "lieblichen Füßen", obwohl sie Berge und Täler und das mitten im Kriegsgetümmel überwinden müssen. Sie sind auf dem Weg nach Hause. Dorthin wo man voller Ängste und Sorge auf eine Nachricht wartet. Wie geht es meinem Mann, Sohn, Bruder oder Freund? Lebt er noch? Gibt es Hoffnung? Die "lieblichen Füße" gehören dem Boten, der die gute Nachricht bringt: "Der Krieg ist vorbei. Der Feind ist besiegt." Ist uns bewusst, dass das Wort EVANGELIUM in diesem Wort seinen Ursprung hat? Damals und heute braucht die Botschaft Beine und Füße. Jemand muss sich auf den Weg machen. Zu viele um uns herum haben Angst vor dem letzten Zettel und verzetteln sich in Ängsten und Sorgen. Der Glaube an den, der den Tod überwunden hat schreibt auf meinen Zettel: Bis gleich! Weitersagen...




first-supper - 12. Jun, 15:38