Flaschen
Keine Frage. Viele, besonders junge Christen, haben die Kirchen verlassen. Sie wollen nicht länger sortiert werden nach evangelisch, katholisch, konservativ oder liberal. Sie haben nicht ihren Glauben an Gott verloren, empfinden jedoch ihre Zugehörigkeit zu einer Kirche als Etikettenschwindel. Sie sind irritiert. Der Inhalt ist ihnen wichtig, nicht das Lable. Anlässlich einer Geburtstagsfeier wurde ich in einen sehr schönen Weinkeller eingeladen. Da lagen sie die Flaschen. Unterschiedliche Weine, alle möglichen Sorten und einige hatten ein prächtiges Etikett. Natürlich stimmte die Temperatur. Alles stimmte. Ob der Wein gut oder weniger gut ist, findet man aber nicht auf Grund seiner Verpackung oder der Lagerung heraus. Auf den Inhalt kommt es an. Letztlich gehören diese Flaschen auch nicht in einen Keller, sondern auf einen gedeckten Tisch. Also dorthin, wo Menschen schmecken und sehen wollen. Erinnern sie sich an diesen Satz aus dem Buch der Bücher? "Schmeckt und seht, wie freundlich Gott ist". Wir Flaschen gehören da hin, wo Menschen Hunger und Durst haben. Jesus hat seine Nachfolger nicht eingelagert, sondern in die Welt gesandt. Treibt das so viele junge Christen aus unseren "Weindepots"? Noch einmal Jesus: Neuer Wein gehört in neue Schläuche. Angesichts unser Wohlfühlkirchen würde er heute vielleicht ergänzen: ...und auf die Tische der Hungrigen und Durstigen!


first-supper - 11. Apr, 10:58