Mittwoch, 5. Oktober 2011

7 ELEVAN

Die Zahl sieben ist voller Bedeutungen im Buch der Bücher. Der Evangelist Johannes erzählt von den sieben letzten Worten Jesu am Kreuz und den sieben "Ich bin" Worten. Beim Wunder der Brotvermehrung bleiben fünf Brote und zwei Fische übrig. Außerdem berichtet er über sieben Wunder Jesu. Beim Evangelisten Matthäus finden wir sieben Gleichnisse über das Himmelreich. Das  Vaterunser besteht aus sieben Bitten. Im Buch der "sieben Siegel (Apokalypse des Johannes) können wir sieben Sendschreiben an christliche Gemeinden nachlesen, hören von sieben Posaunen, sieben Plagen und einem siebenköpfigen Tier. Die bekannteste Symbolik ist jedoch die Schöpfungsgeschichte in der uns berichtet wird, dass Gott die Welt in sechs Tagen geschaffen hat und am siebten Tag ruhte und die Schöpfung ebenfalls aufforderte gleichsam schöpferisch tätig zu sein und zu ruhen. Manchmal erstaunt es mich doch sehr, wenn Menschen die offensichtlichen Symbole der Bibel wörtlich interpretieren, und dann findet man die seltsamsten und bizarrsten Erklärungen. Scheinbar ein fruchtbarer Boden für Sektierer. Die Autoren der heiligen Schrift fordern uns mit ihren Symbolen jedoch (u.A.) heraus, über ihre Bedeutung im geschichtlichen Zusammenhang nachzudenken. Für mich ist nicht vorstellbar, dass der allmächtige Gott sich nach der Schöpfung ausruhen musste. Aber ich verstehe, dass die Natur und der "nicht vollkommene Mensch" Ruhe braucht. Beide, Natur und Mensch erleiden sonst ein Burnout (Erschöpfungszustand). In den USA gibt es eine Handelskette, die sich 7 Eleven nennt. Die Ursprüngliche Geschäftsidee war es, eine Einkaufsmöglichkeit von sieben Uhr am Morgen bis elf Uhr am Abend zu ermöglichen. Daraus wurde an vielen Orten sieben Tage die Woche und 24 Stunden täglich. Was uns arbeitsamen und fleißigen Zeitgenossen so sympathisch  entgegenkommen zu sein scheint, kann zur totalen Erschöpfung und keinesfalls ins Paradies führen. Wer sich im täglichen Kampf des Lebens keine Ruhe gönnt, brennt aus. Winston Churchill, zweifelsohne ein fleißiger Mensch, nahm sich Zeit zu ruhen. Darunter verstand er nicht Faulheit, sondern konzentriertes Beschäftigen mit etwas Anderem, das mit seinem Alltag nichts zu tun hatte. Gott ruhte nicht, weil er erschöpft war, sondern um uns daran zu erinnern, dass wir Ruhe brauchen. Darum sind wir am siebten Tag nicht faul, sondern suchen aktiv die Stille mit Gott und hören auf sein Reden. Also raus aus dem Bett. Kein Morgenmuffel sein und mit Gott reden. Vielleicht entdecken wir nach einem ausgefüllten Tag der Ruhe völlig neue Dinge und finden wieder tiefen und ruhigen Schlaf. Das Paradies ist kein Ort für faule Menschen. Ich muss mir das immer wieder sagen.


Share |



First Supper Blog

geschrieben von: Hans J. Zimmermann

Abonnieren


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

Neue Kommentare

Nur noch Facebook?
Was bewegt euch dazu, exklusiv auf Facebook zu setzen? LG, Rolf
Rolf (Gast) - 28. Mär, 17:30
Zweifel ohne "los"
Ausnahmsweise gehen wir hier mal ganz und gar nicht...
Christine Duckhorn (Gast) - 12. Sep, 17:06
Demut - Dienmut...
>>Demut! Man könnte auch sagen, das ist der Mut...
Christine Duckhorn (Gast) - 1. Jul, 08:57
Salzburg ist wirklich...
Salzburg ist wirklich eine besondere Stadt! Das Foto...
nina (Gast) - 30. Mai, 09:13
Thumbs up...
... kann ich dazu nur sagen. Recht hast du!
Christine Duckhorn (Gast) - 11. Apr, 19:50
Evangelisch katholisch...
So kann es was werden, wenn mal einer und hoffentlich...
Helmut Warnstedt (Gast) - 30. Mär, 16:49
seeeehr...
...lange nicht gelesen :)) wenn du möchtest, dann schreib...
tobiaskassuehlke - 28. Jan, 19:37
Skin
Gut das es Dich noch gibt. Danke!
Hans J. Zimmermann (Gast) - 27. Jan, 13:26

Mein Lesestoff


Eric Metaxas
Bonhoeffer


Tom Wright
Simply Jesus



Steve Stern
Der gefrorene Rabbi

Suche

 

Web Counter-Modul


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren