Spiegel
Frauen schauen meist kritisch in den Spiegel. Männer fast immer wohlwollend. Sie entdeckt das graue Haar und hier und da ein mögliches Fältchen. Er hingegen erblickt das vor vielen Jahren eingefrorene Gesicht, das ihm damals so gut gefallen hat. Hmmmm. Im Buch der Bücher lesen wir davon, dass die Worte Gottes ein Spiegel sind. In diesem Spiegel geht es weder um unser Aus- oder Ansehen. Ein oberflächlicher Blick in sein Wort lässt manchen erschrecken. Andere sehen nur das, was sie sehen wollen. Der flüchtige Leser sieht das, was er sehen will. Der Ängstliche sieht was er nicht sehen will. Doch wer lange genug hineinschaut, erblickt jemand Anderen. Jesus, der versprochen hat, dass wir einmal alle verwandelt und so sein werden wie ER. Manch einer hat wegen der hässlichen Dinge, die er in diesem Spiegel gesehen hat, aufgehört darauf zu vertrauen und tröstet sich mit einem "na ja, eben dann und dort". Doch wer es aushält länger und beharrlicher in Sein Wort hineinzuschauen, wird vielleicht überrascht. Es mag sein, dass er es selbst gar nicht bemerkt (oder ist das sein Glück?), andere tun es. Sie entdecken Christus in ihm. Ein alter Mann gab einem Jungen ein schmutziges Sieb und schickte ihn Wasser zu holen. Nach einiger Zeit kam der Junge völlig frustriert zurück und jammerte, "ich kann es nicht!" Der alte Mann lächelte und sagte: "Schau dir das Sieb an, es ist wunderbar sauber geworden!"


first-supper - 24. Mai, 18:31