Mist
Wir haben Mist gebaut. Jeder von uns. Der Mist unseres Lebens stinkt zum Himmel. Und wie riecht es dort? Können wir uns den Himmel als einen Ort des grauenhaften Gestankes vorstellen? Haben wir den "Himmel" mit unserem Gestank zu einem Ort gemacht, in dem kein normaler Mensch mehr sein will? Es scheint so. Unser Bockmist ist in aller Munde. Erkundige dich. Wahrscheinlich wirst du sowieso unaufgefordert darauf hingewiesen. Meine Mutter bracht mich damit zur Weißglut bringen. "Und du willst Christ sein?" Na klar wollte und will ich. Aber mein Mist oder der von anderen Christen hat viele veranlasst die Nase zu rümpfen. Der Apostel Paulus schrieb über unseren Geruch (was für ein vornehmes Wort) sogar: Wohlgeruch! Hier der Wortlaut: "Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren werden" (2Kor 2,15). Wie kann denn das sein? Wer genau hinsieht, wird feststellen, dass der Mist meines Lebens eine Ermutigung für alle ist, die wie ich "verloren" haben. Denen es nicht gelungen ist so zu werden, wie sie vielleicht selbst sein wollten. Und die sich da herausholen ließen durch den Mann am Kreuz. Dort, an diesem Kreuz hat er für uns gebetet: Vater, vergib ihnen." Wir dürfen unseren Mist abladen. Unter dem Kreuz ist Platz. Für unser aller Mist. In der Osterbotschaft wird uns berichtet, dass sich Frauen am frühen Morgen des dritten Tages nach der Kreuzigung aufmachten, um den Leichnam Jesu mit wohlriechenden Salben zu balsamieren. Vergebliche Liebesmühe. Gott hatte die Sache selbst in die Hand genommen. Sie fanden keine stinkende Leiche. Sie mussten den Tod nicht beschönigen. Der auferstandene Christus überrascht bis heute noch alle, die es aushalten am Kreuz ihren Mist abzuladen und die mit Augen des Glaubens ins leere Grab schauen. So kann der Mist meines Lebens zum Dünger der Hoffnung und zu neuem Leben werden.


first-supper - 2. Mai, 10:47