Freitag, 27. Januar 2012

MACH MICH NICHT NASS

Als Junge musste ich jeden Samstag in den Waschzuber. Damals hatten wir noch keine Badewanne und erst recht keine Dusche. Ehrlich gesagt hat es mich jedes Mal davor gegraut.
Es gab gleich mehrere Dinge, die mir dabei ganz und garnicht gefallen haben. Wer möchte schon mit einer Wurzelbürste abgeschrubbt werden? Wer steigt schon gerne in einen Waschzuber, in dem bereits etliche Geschwister "gebadet" haben? Dann war da noch das Abspülen der Seife, mit eiskaltem Wasser. Brrrrrr

"Wasch mich, aber mach mich nicht nass!" Natürlich will niemand als Dreckspatz durch die Gegend laufen, aber abgeschrubbt und eiskalt geduscht zu werden, das ist alles andere als angenehm. Leider nimmt das Leben darauf wenig Rücksicht. Schmutzige Wäsche, oder Menschen werden oft in aller Öffentlichkeit gewaschen. Davon ist sogar ein Bundespräsident nicht ausgenommen.

Im Buch der Bücher wird uns erzählt, dass ein Mann Gottes sich auf den Weg machte, um seinem König eine Botschaft von Gott zu überbringen. Er, der König war schuldig des Ehebruchs und des feigen Vertuschens eines Meuchelmordes. Trotz dieser schrecklichen Taten geht der Bote Gottes in einer fast unglaublich sanften Weise mit seinem König um. Nicht weil er Angst hat, sondern weil er das Wesen Gottes widerspiegelte. Gott will nicht den Tod oder die Todesverachtung des Sünders (oder auf ihn), sondern sein Leben. Der König erkennt sich als "Schuldig vor Gott" und tut Buße. Wenn wir die Geschichten von Jesus lesen, dann fällt uns auf, wie er immer wieder Menschen in einzigartiger sanftmütiger Weise korrigiert. Dabei geht es ihm nicht darum ihnen das Gesicht-, sondern ausschließlich ihre Schuld zu nehmen.

Waschen geht nun mal nicht ohne Wasser. Schmutz muss vielleicht auch weggeschrubbt werden. Doch nicht auf der voyeuristischen Bühne der Öffentlichkeit voller Scham und Demütigungen.
Nein, es entspricht nicht dem Wesen Gottes Menschen öffentlich zu demütigen. Darum darf ich Gott in der Stille meiner Kammer oder im Beichtstuhl hinter zugezogenen Gardinen meine Schuld bekennen und darauf vertrauen, er will nicht meine Zerstörung, auch wenn ich vielleicht zerstört habe, sondern mein Leben und meine Wiederherstellung.


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Donnerstag, 19. Januar 2012

Vergeigt

Schon mal was vergeigt, oder versemmelt? Klar, das ist jedem schon passiert. Mir fallen sofort dutzende Beispiele dazu ein. Was habe ich mich dann geärgert. Hätte ich doch bloß dies oder jenes gesagt, getan und so weiter. Am schlimmsten ist es, wenn wir uns dann versuchen herauszureden. Dann kann ganz schnell aus einer Mücke ein Elefant werden. Schlussendlich stehen wir dann noch bedröppelter in  der Gegend herum und lecken unsere Wunden.

"Wenn ich eine Stradivari gehabt hätte dann hätte ich mich nicht so blamiert!" Mit anderen Worten, die schlechten Bedingungen und Umstände waren schuld. Es war also gar nicht meine Schuld. Da haben wir es wieder. Interessant fand ich einen Zeitungsartikel, der mit einem Jahrhundert alten Mythos aufräumte. Generationen von Forschern haben versucht, das Geheimnis des Zauberklangs der Stradivari Violinen auf die Spur zu kommen. Eine Studie "The Nature of the Extraordinary Finish of Stradivari´s Instruments" belegt, es waren ganz natürliche Hölzer und Lacke die verwendet wurden. Darauf hin titelte ein Fachblatt: "Der Lack ist ab". Noch dicker kam es dann, als Instrumente im Blindtest mit den in die Millionen kostenden Stradivari´s und ganz "gewöhnlichen" Instrumenten getestet wurden. Die Spieler wussten nicht, welches Instrument eine Stradivari war.

Wir ahnen was kommt. Die Stradivari Geigen vielen durch. Die neuen Instrumente kamen bei der Beurteilung ihrer Spieler besser weg. Wenn ich also etwas vergeige, dann spielt es tatsächlich keine Rolle, auf welchem Instrument ich gespielt habe. Es war und bleibt mein Fehler, ohne wenn und aber.

Hören wir also auf, uns herauszureden wenn wir Mist gebaut haben. Dinge in den Sand setzten oder versemmelten. Wir machen es nur noch schlimmer. Was wir brauchen ist  ein demütiges Herz.
Dazu sagt einer der es wissen musste, weil er sozusagen Weltmeister im Versemmeln war: "Dem Demütigen gibt Gott Gnade!" (O-Ton Petrus). Mag sein, dass wir gnadenlos kritisiert werden und bei Menschen keine Gnade finden. Gott liebt Menschen die sich vor ihm demütigen. Er macht sie nicht kleiner, sondern richtet sie wieder auf. Wow.




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Samstag, 14. Januar 2012

Regelrecht

In Colorado gab es zur Zeit des Goldrausches viele wilde Städte. In einer Stadt, oder besser in einem Saloon, wurden dann eines Tages folgende Regeln aufgestellt: 1. Erschießt nicht den Pioanospieler, er tut sein Bestes. 2. Keine Pferde im ersten Stock. 3. Beerdigungen gehen aufs Haus.

Irgendwie dachte ich, auch nicht schlecht. Diese Regeln sollte man vielleicht auch in manchen Kirchen aufstellen. Da wird auch oft scharf geschossen, wenn es z.B. um die Musik oder den Pastor geht. Zu laut, zu lahm, zu alt usw. Und manche werden dabei abgeschossen.

Es wird überhaupt viel geschossen. Die Bewahrer fürchten die Veränderer. Die Konservativen die Modernen und Moderaten oder Liberalen. Was und woran man festhalten muss und was vielleicht losgelassen werden sollte, ist und bleibt eine ständige Frage und darum eine Herausforderung.

„Es ist kein Zeichen von Arroganz, zu glauben, dass man in einigen Dingen Recht hat, aber es ist arrogant auszuschließen, dass die Möglichkeit besteht, falsch zu liegen!“ (Rick Warren).

Zu schießen ist immer gefährlich. Man könnte treffen und verletzen. Querschläger könnten die Falschen treffen und ich selbst könnte getroffen werden.

Einigen wir uns darauf: Keine Pferde auf die Empore, Kinder und Konfirmanden eingeschlossen (lol). Keiner schießt auf den Organisten (oder Pastor) und das Lobpreisteam. Dann gehen die Beerdigungen selbstverständlich aufs Haus! Sonst gibt es keine Musik und keine Ansprache am Grab.

Regeln, wer hätte sie öfter in Frage gestellt oder gebrochen wie der Herr der Kirche, Jesus. Darum darf alles auf den Prüfstand, abgeklopft und hinterfragt werden. Ach ja, das gilt auch für mich und meinen Glauben.


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Samstag, 7. Januar 2012

KÄSEALLERLEI

Menschen, die sich anscheinend gut auskennen, kommentieren schon mal den ein oder anderen Beitrag mit: "Alles Käse!" Das ist dann meistens kein Kompliment. Dabei ist der Käse im Allgemeinen doch ein sehr guter Beitrag für kulinarische Gaumenfreunde. Klar, nicht jeder Käse schmeckt mir, aber vielleicht anderen?

Schmunzeln muss ich immer, wenn wir im Buch der Bücher lesen, dass Jesus seine Nachfolger als Schafe bezeichnet. Das wird auch durch den Zusatz "der gute Hirte kennt seine Schafe" nicht viel schmeichelhafter. Gilt doch das Schaf im Allgemeinen als ziemlich dummes und nur durch Hunde und einen Stab (Knüppel?) zu hütendes und korrigierendes Wesen.

"Du einfältiges Schaf redest wieder mal Käse", das wäre dann wohl die ultimative Steigerung. Es mag ja durchaus sein, dass der ein oder andere gedankliche Einwurf nicht schmeckt. Es stimmt sicherlich, dass Jesusnachfolger sich hier und da durch besondere Einfältigkeit auszeichnen. Generalisierung ist jedoch sicher fehl am Platz.

Oder, kann es sein das Jesus weniger auf dem einfältigen Schaf lag, sondern darauf, dass er auch die dümmsten Schafe liebt? Wobei "dumm" ja dann auch noch definiert werden müsste. Der gute Hirte selektiert seine Schafe nicht nach intellektuellen Massstäben. Auch nicht danach wie gehorsam oder folgsam sie sind.

Henri Nouwen, der große niederländische Priester, Psychologe und geistliche Schriftsteller wiederholt in seinen Büchern immer wieder eines seiner geistlichen Schlüsselerlebnisse auf der Suche nach Gott. Eindrucksvoll beschreibt er darin, wie die Taufe Jesu am Fluss des Jordans durch Johannes dem Täufer, zu seiner eigenen Gotteserfahrung wurde. Dieser Jesus hat nur das tun können was er tat, das aushalten können, was er aushalten musste, weil er dort am Jordan die Stimme Gottes hörte: "Du bist mein geliebter Sohn!" Wer das gehört hat, wer so lange warten konnte, bis er diese Stimme vernimmt, der kann die Wüste und die Versuchung, die Einsamkeit, die Schmeicheleien des Verführers, Erfolg und Niederlage aushalten. Alles, alle Anerkennung und Ablehnung sind auszuhalten, wenn ich in meinem Herzen diese Stimme vernommen habe: "Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter!"

Ja, wir reden manchmal Käse und benehmen uns wie dumme Schafe. Wir können uns selbst auch manchmal gerade deshalb nicht leiden und lieben. Und wir werden vielleicht darum nicht geliebt. Henri Nouwen würde uns jetzt sanft daran erinnern, dass wir an den Jordan gehen müssen. Eintauchen müssen, sinnbildlich in den Tod unserer Unzulänglichkeit und dann warten, warten auf die Stimme des Höchsten, der auch zu uns sagen will: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter!" Dann halte ich es aus, ein Schaf genannt zu werden und Käse zu reden. Und ich lächle dabei!


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First Supper Blog

geschrieben von: Hans J. Zimmermann

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seeeehr...
...lange nicht gelesen :)) wenn du möchtest, dann...
tobiaskassuehlke - 28. Jan, 19:37
Skin
Gut das es Dich noch gibt. Danke!
Hans J. Zimmermann (Gast) - 27. Jan, 13:26
Danke
Werde sehen was sich machen läßt :-))
Hans J. Zimmermann (Gast) - 27. Jan, 13:20

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